Etappe 3

Ein Tag am Achensse

Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende

Motto des Tages: Magenweh am Achensee

Nach einem üppigen Frühstück im Gästehaus Marie (GHM) bzw. ruppigem Frühstück im Hotel Beretta (HB) versammelten sich alle GHMler an der Bushaltestelle zur Abfahrt zum Startpunkt der heutigen Etappe. Die HBler — also auch Thido — sollten später noch dazustoßen. Umso überraschter waren wir, als an der Bushaltestelle beim Hotel Beretta nur einer stand: Thido — diesmal aber glücklicherweise auf der richtigen Seite. Ich denke, nach dem Busfiasko des Vortages wird ihm ziemlich mulmig zumute gewesen sein, keinen der anderen HBler zu sehen. Das ließ sich zum Glück schnell aufklären — die anderen waren einfach schon einen Bus früher aufgebrochen.

Nach kurzer Fahrt kamen wir am Startpunkt unserer heutigen Tour an: dem Fischerstübl in Achenkirch, direkt am Achensee, der uns mit seiner grün-blauen Farbe gleich einen spektakulären Anblick bot.

Fröhlich wurden wir am Startpunkt unserer Route über den Mariensteig gleich mit einem erschreckenden Warnschild begrüßt, das das Begehen nur Geübten empfahl. Nach kurzer Absprache kamen wir zu dem Schluss, dass wir das nicht sind — und nahmen die Tour dann freudig in Angriff.

Nun gibt es zwei Dinge, die man über den Mariensteig wissen sollte, bevor man da langkraxelt:

Erstens: Der Steig führt auf sehr steilen Wegen an der Nordseite des Achensees entlang, das heißt, man läuft immer in der prallen Sonne — und die war an diesem Tag mit Temperaturen jenseits der 30°C mal wieder besonders prall. An vielen abschüssigen Stellen ist der Steig mit Halteseilen gesichert, die einen vor einem unfreiwilligen Stunt aus bis zu 60 m Höhe in den Achensee bewahren sollen.

Zweitens: Der Steig ist sehr beliebt — vor allem bei Wanderern mit Hunden. So hatten wir permanent Gegenverkehr und mussten es auf dem engen Steig deichseln, aneinander und dann auch noch am Hund vorbeizukommen. Das bereitete uns aber keine großen Kopfschmerzen, denn auch in Österreich gilt Rechtsverkehr, und so hielten wir uns stets auf der rechten, mit Seilen gesicherten Seite und überließen es dem Gegenverkehr, sich waghalsig am Rande der Schlucht entlangzumogeln. Außerdem empfanden wir das ohnehin als mehr als gerecht — die Hunde konnten sich ja schließlich ohnehin nicht am Seil festhalten.

Nach gut zwei Stunden erreichten wir unser erstes Ziel, die Gaisalm, wo ich es mir nicht nehmen ließ, eine Runde im See baden zu gehen. Am Ufer gibt es dazu drei deutlich markierte Wasserzonen:

- klares Wasser direkt am Ufer — kalt;
- grünliches Wasser etwa 10 m weiter — saukalt;
- die azurblaue Zone — sch…kalt.

Thido begnügte sich damit, mit seinen Füßen nur der klaren Zone beizuwohnen, während ich mich tapfer durch alle drei Zonen kämpfte.

Nach so viel Hitze und Kälte war natürlich eine zünftige Mittagsvesper fällig, und so quartierten wir uns an einem lauschigen Plätzchen der Gaisalm ein und bestellten zwei völlig unterschiedliche Dinge:

Da ich von meiner Elefanten-Haxe vom Vortag noch ziemlich gesättigt war, gab es bei mir nur ein kleines Stück Apfelstrudel mit Vanilleeis.

Thido hingegen, der von gestern noch einiges aufzuholen hatte, bestellte eine Monsterportion Forelle — wobei wir uns bis zum Schluß nicht ganz sicher waren, ob es sich nicht auch um einen kleinen Pottwal handeln könnte.

So gestärkt verließen wir die Gaisalm und machten uns auf den Weg nach Pertisau, weiterhin auf dem steilen Steig hoch oberhalb des Achensees. Hier begann dann auch langsam mein Martyrium, denn ich bekam zunehmend stärkere Bauchschmerzen. Als wir Pertisau endlich erreichten, war ich froh, dass es im dortigen Museum für Tiroler Steinöl eine richtige Toilette gab. Und da wir nun schon mal da waren, machten wir auch gleich die Tour durch das Museum und lernten allerlei über das Sieden von Steinöl und dessen gesundheitliche Vorzüge bei allerlei Hautkrankheiten.

Von da aus ging es weiter nach Maurach, wo wir einen Bus nach Jenbach erwischen mussten, um von dort mit der Zillertaler Schmalspurbahn weiter nach Fügen zu kommen. Ich muss sagen, dass ich von dieser Reise nicht mehr viel mitbekommen habe. Ich war so fertig, dass Thido mich kurzerhand an eine mitreisende Familie mit Hund verkaufte, die — im Gegensatz zu Thido — dasselbe Hotel hatte und mich einfach mitnahm. Das muss ein Bild für die Götter gewesen sein: vornweg das Pärchen, dahinter der Hund an der Leine und dahinter ich — mit ähnlich verklärtem Blick wie mein vierbeiniger Vorläufer. Fehlte eigentlich nur noch das Halsband, aber das hätte mir in meinem Zustand auch nichts mehr ausgemacht.

In der Nacht entwickelte ich dann die Vollversion eines fiesen, fiebrigen Magen-Darm-Infekts und überlegte ernsthaft, die weitere Reise unter diesen Umständen abzubrechen... Fortsetzung folgt - Vielleicht

Tipps & Hinweise

Tipps & Hinweise — Tag 3

Mariensteig: Warnschild ernst nehmen — der Steig verläuft steil und ausgesetzt an der Nordseite des Achensees, teils 60 m über dem Wasser, mit Halteseilen gesichert. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Pflicht.

Immer in der Sonne — die Nordseite liegt ganztägig in der prallen Sonne. Bei Hitze früh starten, Kopfbedeckung und reichlich Wasser mitnehmen.

Gegenverkehr einplanen — sehr beliebter Steig, oft mit Hunden unterwegs. Auf der gesicherten Seite bleiben und an engen Stellen Geduld mitbringen.

Gaisalm: ideale Badepause — schöner Seezugang mit drei Wassertiefen, alle erfrischend kalt. Gute Einkehr für Strudel oder eine üppige Forelle.

Steinöl-Museum Pertisau — netter Stopp bei Regen oder Erschöpfung, mit echter Toilette. Kleiner Einblick in eine Tiroler Spezialität.

Anschluss nach Fügen — ab Maurach Bus nach Jenbach, dann mit der Zillertalbahn weiter. Verbindungen vorab checken, damit die Umstiege passen.

Magen-Darm vorbeugen — bei großer Hitze auf Essen und Getränke achten. Ein Infekt unterwegs kann die ganze Tour gefährden — eine kleine Reiseapotheke (Elektrolyte, Mittel gegen Übelkeit) gehört ins Gepäck.

Übernachtung

Hotel Kosis / Hotel Elisabeth

Fotos

GHM -Gästehaus Marie
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Achensee - der kleine Bruder des Königssees
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Noch fit und frohen Mutes
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Achenseestüberl
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Gefahr ist unser zweiter Vorname
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Thido am Abgrund
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Dramatische Stimmung
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Gaisalm
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Abstieg zu Gaisalm
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Pottwal zum Mittag
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